Schaumburger Bergbau

Erarbeitet durch den Arbeitskreis Bergbau von Erich Hofmeister mit Beiträgen von Werner Ahlers, Georg Heinrich Breyer, Karl- Heinz Grimme, Ernst Knickrehm, Walter Korf, Dr. Thomas Krassmann, Dr. Rolf Krumsiek, Heinrich Prasuhn, Jürgen Ruder, Ernst Rösemeier, Werner Schöttelndreier, Ralf Schröder und Carl Martin Schunke:

Der Abbau von Steinkohlen und Sandsteinen des Wealden (Berrias) im Bückeberg und in der Schaumburger Mulde

Eine Zusammenstellung von Berichten und Veröffentlichungen über die Entstehung, Gewinnung und Aufbereitung von Kohlen und  Sandsteinen des Wealden (Berrias) im Gebiet des Landkreises Schaumburg

Das Schaumburger Land, von den Rehburger Bergen bis ins Wesergebirge, ist reich an Bodenschätzen. Seit mehr als 600 Jahren prägte daher der Bergbau in Schaumburg nicht nur die Landschaft; er war zeitweise auch von erheblicher Bedeutung für das Leben zahlreicher Familien. So gab es u. a. Gesteins , Ton , Salz und vor allem Kohleabbau. Heute werden nur noch (bei Obernkirchen und Steinbergen) Steine gebrochen und (zwischen Altenhagen / Hagenburg und Bokeloh) Steinsalze gewonnen. Der Abbau anderer Bodenschätze wurde eingestellt, so der Kohlebergbau zu Beginn der 60er Jahre.

Doch gibt es noch viele ehemalige Bergleute, die von ihrem Arbeitsleben erzählen, Fachleute, die von ihren Kenntnissen über den einheimischen Bergbau berichten, und andere Zeitzeugen, die sich an manche Bergmannsgeschichte erinnern können. In den letzten Jahrzehnten haben sich in verschiedenen Schaumburger Orten Bergmannsvereine gebildet. Sie bemühen sich, Traditionen der Bergleute zu bewahren und Bergbaudokumente und relikte zu sichern, zu pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

1991 wurde im Rahmen der Volkshochschule Schaumburg ein Arbeitskreis mit dem Titel „Schaumburger Bergbau und der Bergbau der Rehburger Berge“ gebildet. In ihm sind Mitglieder der verschiedenen Bergmannsvereine vertreten. Hans Ulrich Drechsler (Hagenburg / Altenhagen) übernahm die Leitung und übergab sie 1997 an Erich Hofmeister (Hagenburg). Es fanden sich etwa 25 Personen, die nun schon über 20 Jahre regelmäßig an den Treffen teilnehmen und durch ihr Engagement und ihre Hilfsbereitschaft zum Erfolg des Arbeitskreises beitrugen und beitragen.

Allen gebührt großer Dank, neben Hans Ulrich Drechsler und Erich Hofmeister besonders Ernst Knickrehm (Obernkirchen), Werner Schöttelndreier (Nienstädt) Willi und Christian Abel (Obernkirchen), Ludwig Kraus (Stadthagen), Werner Ahlers (Rohrsen), Jürgen Ruder (Großburgwedel) und Karl- Heinz Grimme (Barsinghausen).

In den ersten Jahren waren die Tagungen geprägt durch Berichte, Vorträge und Erzählungen einzelner Mitglieder aus ihrem Bergmannsleben. Alles Wesentliche wurde auf Tonband aufgenommen und damit für spätere Zeiten gesichert. Auf Exkursionen wurden die ehemaligen Arbeitsstätten, die alten Schacht und Stollenanlagen des Bergbaues und verschiedene Steinbrüche aufgesucht und vor Ort die frühere Arbeit beschrieben und erläutert. Es folgte die Zusammenstellung und Durchsicht von Veröffentlichungen über den hiesigen Bergbau. Einzelne Mitglieder übernahmen Recherchen in öffentlichen und privaten Archiven. Außerdem wurden Fachleute zu bestimmten Einzelthemen eingeladen, die sich nach ihrem Referat meist noch zu weiterer Mitarbeit im Arbeitskreis Bergbau bereit erklärten. Von der ursprünglichen Absicht, eine umfangreiche Monographie über den Schaumburger Bergbau zu erstellen, wurde wegen des Umfangs Abstand genommen. Nun werden in loser Folge, Hefte mit einzelnen Bergbauthemen und / oder Exkursionsführer des Arbeitskreises Bergbau der VHS Schaumburg herausgegeben.

Glückauf


Prolog

Der preußische Adler im Schlussstein des Lietstolln-Portal (Foto: Chr. Abel)

Ende der 1980er Jahre haben wir in einem kleinen Kreis ehemaliger, schaumburger Bergleute über alte Bergwerksanlagen der Umgebung und ihrer Rettung vor dem Verfall diskutiert.

Wir stellten Kontakt zu der Volkshochschule Schaumburg her, die daraufhin einen Lehrgang über den Bergbau in Schaumburg in ihr Programm aufnahm.

Am 06. Februar 1991 war die Geburtsstunde des Arbeitskreises Bergbau bei der Volkshochschule Schaumburg. Der erste Leiter war Hans- Ulrich Drechsler aus Hagenburg, der den Arbeitskreis über 12 Semester, bis Ende 1997 geführt hat; dann übergab er sein Amt an Erich Hofmeister.

Als Betreuerin war von der Volkshochschule Stadthagen Frau Rita Schewe eingesetzt, mit der wir immer sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet haben.

Am Mittwoch, den 06.02.1991 begann der erste Abend des Arbeitskreises „Schaumburger Bergbau“ unter der Leitung von Hans- Ulrich Drechsler als Dozent und ca. 25 Teilnehmern, von 19:30 bis 21:30 Uhr. In jedem Semester trafen wir uns dann einmal im Monat, so haben wir es über 24 Jahre, bis heute durchgehalten.

Teilnehmer waren nicht nur Bergleute, auch z. B. Willi Abel, Sohn Christian und Detlef Schlegel gehörten von Anfang an zu dem Arbeitskreis. Ihnen ging es hauptsächlich um den Schutz der heimischen Fledermäuse, an die wir Bergleute noch gar nicht gedacht hatten.

Sehr dankbar sind wir auch allen Damen, die regelmäßig teilnehmen und durch ihre Anwesenheit dafür Sorge tragen, dass wir nicht in einen „Alt- Herren Club“ verkommen.

Vom ersten Abend an, hat Herr Bonitz alle Vorträge und wichtigen Diskussionsbeiträge auf Tonträger aufgenommen. Wir haben inzwischen 50 Kassetten im Archiv gesammelt.

An den ersten Abenden haben wir die Hauptthemen unserer künftigen Arbeiten festgelegt:

  • Der Steinkohlenbergbau im Bückeberg und der Schaumburger Mulde, in den Rehburger Bergen und im Deister.
  • Der Kalibergbau im hannoverschen Kaligebiet und begleitende Exkursionen.
  • Auch der Schutz der Fledermäuse, die Gewinnung anderer Rohstoffe und die Endlagerung von nuklearen Abfallstoffen in Bergbaubetrieben, sollten von uns besprochen werden.

Dabei haben wir die Pflege bergmännischer Traditionen nicht vergessen. So feiern wir schon seit Dezember 1991 in jedem Jahr den Namenstag der heiligen Barbara mit Festvorträgen, Bergmannsliedern und dem traditionellen „Tscherper Essen“.

Ernst Knickrehm hatte die Idee, die „Weiße Schaumburger Koalmüsse“ als Ehrenkappe an Personen zu vergeben, die sich besonders um die Geschichte des „Schaumburger Bergbaus“ bemüht und / oder im Arbeitskreis viel für unsere Gemeinschaft getan haben.

Auch die „Schaumburger Landschaft“ hat sich der Probleme angenommen. So unterstützte sie die Erfassungsarbeiten für ein Findbuch im Nds. Staatsarchiv, dass Susanne Riedmeyer in den Jahren 1993 - 1995 erstellt hat und unter dem Titel: „Quellen zur Geschichte des Schaumburger Bergbaus im Staatsarchiv Bückeburg von 1500 - 1970“ veröffentlichte. Darüber hinaus wurden von der „Schaumburger Landschaft“ die Herren Krampertz und Fesche beschäftigt, um ein Konzept für einen Bergbauwanderweg zu erarbeiten.

Im Jahre 2001 haben wir erkannt, dass der Arbeitskreis es nicht schaffen konnte eine vollständige Monographie des Schaumburger Bergbaus zu erstellen. Daher haben wir beschlossen, über unsere Exkursionen, andere wichtige Ereignisse und Ergebnisse unserer Nachforschungen in Info- Heften zu berichten. Diese Hefte werden im Staatsarchiv Bückeburg gesammelt und wir geben sie als elektronische Dateien auf einer CD heraus.

Das Heft 1: „Der Schaumburger Bergbau ab 1386 und von 1614 – 1920, von Bergverwalter Schunke und Grubensteiger Breyer (beide Obernkirchen), aus dem Jahre 1936“ konnten wir erst 2011 fertigstellen. Ernst Knickrehm hatte das nie veröffentlichte Original gerettet und erreicht, dass die Enkeltochter des Herrn Breyer uns die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilte. Wir haben daraufhin das beschädigte Manuskript abgeschrieben, ohne am Originaltext etwas zu verändern und zur Barbarafeier 2011 als Jubiläumsausgabe zum 20. Jahrestag unseres Arbeitskreises herausgegeben. Abschriften der persönlichen Arbeiten und Zeugnisse von Herrn Breyer haben wir als „Beispiel einer bergmännischen Laufbahn eines Obenkirchener Jungen vom Ende des 18. Jh.“ an das Staatsarchiv in Bückeburg weitergeleitet.

Über Herrn Friedrich Engelking, der auch Mitglied in unserem Arbeitskreis Bergbau der Volkshochschule Schaumburg war, hatten wir schon früh Kontakt zum Heimatverein Lauenau und zu den Bergleuten, die den Feggendorfer Stolln erhalten haben. Gern haben wir mit Rat und Tat geholfen, wenn es erwünscht war. So hatten wir über den Klosterstolln und den Feggendorfer Stolln immer auch Verbindungen zum ehemaligen Bergbau im Deister. Der Steinkohlenbergbau in Barsinghausen stand über die Preußag lange Jahre in enger Verbindung zum Schaumburger Bergbau.

Die Mitglieder des Arbeitskreises haben nun beschlossen die vorliegende CD zu veröffentlichen, um allen Interessierten die von uns gesammelten Unterlagen über den Schaumburger Bergbau zugänglich zu machen. Auf der CD sind die wichtigsten Daten über den Bergbau im Bückeberg und der Schaumburger Mulde zusammengefasst. Wir haben die Hefte 1 bis 30 sowie unser Vortragsverzeichnis angehängt, weil sie so am preiswertesten zu verbreiten sind. Wir danken der Gemeinde Hagenburg für 200 € Zuschuss und der Samtgemeinde Sachsenhagen für die Bereitstellung der wichtigsten Dateien auf ihrer Homepage. Hier werden sie jedem Interessierten zugänglich sein.

Wir wünschen uns, dass neben allen am Bergbau interessierten Bürgern, auch die Schulen Gebrauch von diesem Angebot machen, um den Schülern im Unterricht über die frühe „Industriealisierung im Agrarland Schaumburg“ zu berichten.

Unsere Untersuchungen und Überlegungen haben dazu geführt, dass wir heute behaupten können, das Kloster Obernkirchen hat auf eigene Rechnung schon im 12. Jh. mit seinen Leibeigenen Kohlen im Bückeberg widerrechtlich abgebaut. Ab etwa 1500 haben dann die Grafen von Schaumburg ihr Regalrecht durchgesetzt und die Steinkohlen als Grafen von Schaumburg selber abbauen lassen.

Die Sedimentation der Schichten des Berrias (Wealden), vor ca. 140 Millionen Jahren, mit Steinkohlen, Erdgas und technologisch hochwertigen Sandsteinen, hat sich über Jahrhunderte als reicher Segen für unsere Heimat erwiesen und wurde von klugen Leuten zum Vorteil des Landes und seiner Bürger genutzt.

Wir, die Autoren von „Bergbau in Schaumburg“ haben uns in Bildunterschriften und Quellenhinweisen bemüht auf Urheberrechte aufmerksam zu machen. Bei Internetpublikationen war dies nicht immer möglich – Diese haben wir aber als Solche gekennzeichnet. Unter dem Dach der Volkshochschule haben wir nach besten Wissen und Gewissen Informationen zum Thema zusammengetragen, wollen veröffentlichen und verfolgen keinerlei kommerzielle Interressen.

 


Veröffentlichungen des Arbeitskreises Bergbau der Volkshochschule Schaumburg